Jürg S. (*1969)

Hirnblutung vor fünf Jahren, ein Monat im Koma, elf Monate Spital, eineinhalb Jahr betreute Wohngemeinschaft. «Dann habe ich entschieden, ich mache das alleine».

Lebt als Single in einer Zweier-WG. Die beiden Wohnpartner gestalten ihr Leben aber unabhänig voneinander.

Braucht keine Spitex, kann aber auch nicht mehr arbeiten, 100% IV. «Aber es stört mich, dass die Leute sagen: 'der hat ein schönes Leben, der muss nicht mehr arbeiten.' Es ist alles so halb, ... Halbseitenlähmung. Ich kann nichts mehr ganz normal, nirgends, auf keinem Gebiet. Urteil: IV lebenslänglich. Ich kann allein, aber nicht alles.»

Braucht viel Zeit, kann nicht alles verstehen und reden. Die Sprechwerkzeuge funktionieren gut, aber die Grammatik zu verstehen, ist schwer.

Motto: «Herr, schenke mir Gelassenheit, das hinzunehmen, was ich nicht ändern kann. Herr, schenke mir Mut, das zu verändern, was ich ändern kann. Herr, schenke mir Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.»

Gott und Kirche geben Kraft. Leute, Freunde sind wichtig. Ist in vier Vereinen. «Mein neues Hobby ist Kochen und Diabolo. Das habe ich fast allein gelernt und kann es etwas besser, als andere Leute.»

Kleine Lösungen – Ausfälle und Einfälle
Ein Film über das Leben mit Hirnverletzung.mit Mitgliedern der Basler Selbsthilfegruppe. Von Michael Nemitz
© 2001 Bildmanufaktur* – mail webmaster
last update: 20.10. 2001