MARIA G. (*1945)

Hirnverletzung vor elf Jahren, nach einer Tumoroperation. Symptome: Probleme bei Planungen, z.B. der Tagesstruktur, übergrosse Ermüdbarkeit, Zeitgefühl und Eigenwahrnehmung eingeschränkt.

Lebt allein, ist Mutter von zwei erwachsenen Töchtern. «Ich kann nicht mehr marktwirtschaftlich arbeiten, bin IV- berentet». Vor der Hirnverletzung Psychiatrieschwester und Journalistin Jetzt beratend tätig für Hirnverletzte und deren Angehörige; ehrenamtlich tätig im Vorstand von FRAGILE Suisse; Öffentlichkeitsarbeit z.B. in Schulen.

«Ich versuche der unsichtbaren Behinderung eine Kontur zu geben, die hilft, tragfähige Lösungen zu finden.»

Kann sich im Leben nicht mehr so austoben, wie sie möchte. «Ich habe die physischen Kräfte nicht mehr, um mit meinem hellwachen und überschnellen Geist auf der körperlichen Ebene Schritt halten zu können.»

Als echte Einschränkung erlebt sie es, nicht mehr für die eigene materielle Existenz selbst aufkommen zu können. Kann die Antriebsstörung im Griff halten, dank vieler Verpflichtungen nach aussen und mit Hilfe einer selbstständigen Putzfrau.

Grundsatzentscheidung: «Hat mich der Tod nicht gekriegt, so soll mich auch das Leben nicht erwischen». Entscheid, alles in allem so intensiv wie möglich zu leben; manchmal 100%, dafür dann auch wieder viel weniger. Tai Chi und prozessorientierte Psychotherapie helfen dabei.

«Trotz unsichtbarer Behinderung wahrgenommen zu werden als auch hirnverletzter Mensch ist wichtig. Sonst fühlt man sich ständig als minderwertig».

Kleine Lösungen – Ausfälle und Einfälle
Ein Film über das Leben mit Hirnverletzung.mit Mitgliedern der Basler Selbsthilfegruppe. Von Michael Nemitz
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last update: 20.10. 2001