Markus S. (*1960)

Verunfallt mit einem Motorrad vor 16 Jahren, am gehaschten 25-ten Geburtstag. Zwei Monate Koma, ein halbes Jahr Spitalaufenthalt in Interlaken. Danach ein Jahr Rehabilitationsklinik in Bellikon, wohnt, noch im Rollstuhl, ein Jahr bei den Eltern, Kann sechzehn Monaten nach dem Unfall den Rollstuhl wieder wegstellen. Noch einmal drei Monate Rehabilitation.

Dann ein Jahr erneut zu Hause, anschliessend ein Jahr Rehabilitationsklinik, wieder ein Jahr zuhause, noch einmal drei Monate Rehabilitationsklinik in Allensbach. Abschliessend während einem halben Jahr ambulante klinische Tests im Inselspital Bern. Lernt zuerst wieder Hochdeutsch mit einer deutschsprechenden Krankenschwester, dann kommt auch das Berndeutsch zurück. Lernte nach eineinhalb Jahren wieder Englisch und Französisch.

Lebt seit vier Jahren mit der Freundin in eigener Wohnung, Arbeitet aber im WBZ (Wohn- und Bürozentrum in Reinach) Töpfert, malt, macht Papier-maché- und Holzarbeiten. Machte früher – nach seinem Unfall – die «Kusi-Keramik».

Hatte zunächst Biologielaborant gelernt, war danach im Hotelfach.

Erhält nur eine IV von 80% der früheren Lohnbezahlung, weil er am Unfall selbst schuld war.

«Zuerst war ich hässig, dass es nicht mehr so ist, wie früher, aber nach etwa zwölf Jahren hatte ich mich daran gewöhnt, so wie ich bin.» Die grössten Einschränkungen gibt es beim Laufen und bei der Sprache.

Kann endlich wieder auf einem Zweirad velofahren. Freut sich immer wieder auf das Töpfern und über seine guten Ideen. Machte einen krähenden Hahn, nicht einen absolut normalen langweiligen. «Noch lieber als Töpfern ist mir meine Heilhand. Die kann helfen bei Rheuma, Organhilfe, jede Kopfschmerzen, Tumoren etc. Wurde ihm vererbt von Grossvater und Urgrossvater.»

Kleine Lösungen – Ausfälle und Einfälle
Ein Film über das Leben mit Hirnverletzung.mit Mitgliedern der Basler Selbsthilfegruppe. Von Michael Nemitz
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last update: 20.10. 2001